Naturkundemuseen, ich komme! 8

Dinosaurier

Ich komm euch besuchen!
Foto: D. Monniaux via wikimedia cc3

Über die nächsten Wochen werde ich versuchen, die größten, die schönsten und die ungewöhnlichsten kleinen Naturkundemuseen Deutschlands zu entdecken – und ihr werdet dabei sein. Ich werde nämlich hier auf Panagrellus.de in einer kleinen Serie über meine Museenreise berichten.

Was ist so spannend an Naturkundemuseen? Bei manchem werden wohl Erinnerungen an Schulausflüge wach; an endlose Referate des Lehrers über Details irgendeines alten Schädels. Darum soll es in meiner Serie nicht gehen. Ja, ich will schon darüber berichten, was die Exponate erzählen über die Evolution, über die Geschichte des Lebens auf der Erde. Aber ich werde dabei vor allem nach spannenden Geschichten hinter all den ausgestopften Vögeln, den Trilobiten, den gepressten Pflanzen fahnden. Ich will auch wissen, wer die Menschen waren, die solche Sammlungen in der Vergangenheit zusammengetrieben haben – waren es schiesswütige Jäger, auf Prestige bedachte Fürsten oder einfach Naturliebhaber und Wohltäter? Wer dagegen sind die heutigen Kuratoren und Taxonomen, also die Leute, die ihr Leben damit verbringen, Ordnung in die überbordende Vielfalt der Organismen zu bringen? Was treibt sie an?

Und dann werde ich natürlich herausfinden, was an den Naturkundemuseen heute erforscht wird, wer die Zoologen, Botaniker und Paläontologen sind, die in den Schubladen der Sammlungen wühlen– denn zumindest bei den großen Häusern sind die Ausstellungsräume für Besucher nur ein Teil des Auftrags, die eigentliche Arbeit geschieht in den Büros und Laborräumen dahinter. Wie verändert die modernen Methoden aus Molekularbiologie und Bioinformatik die Arbeit der Wissenschaftler an den Museen? Ich will es herausfinden und darüber berichten.

Natürlich halte ich nach Dinosauriern Ausschau, aber auch die kleinen und kleinsten Exponate gilt es zu entdecken – vielleicht finde ich ja sogar einen konservierten Panagrellus!

Ich hoffe doch sehr, dass ich bei meinen Recherchen auf genügend interessante Anekdoten, skurrile Gestalten und Absurditäten aus Gegenwart und Geschichte der deutschen Naturkundemuseen stosse, um meine Leser bei Laune zu halten – wer weiss, wenn es genügend Material wird, schreibe ich hier auf dem Blog nur kurze Teaser und packe meine Geschichten in ein (E-)Buch, aber das habe ich noch nicht entschieden. Ihr werdet auf jeden Fall viel erfahren über Evolution und moderne Biodiversitätsforschung, und wieso es wichtig sein könnte, dass wir unsere Naturkundemuseen unterstützen und erhalten.

 

Ich halte euch natürlich über Twitter auf dem Laufenden:


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So, das ist grob die Idee, aber wo fang ich jetzt an mit diesem Projekt? Ich könnte das in meinem Kämmerlein planen, aber ich schreib meine Pläne einfach mal hier rein;  vielleicht habt ihr ja gute Ideen oder Kommentare zum Projekt, die könnt ihr unten natürlich sehr gerne in der Kommentarspalte hinterlassen.  Ich freue mich auch über Ideen per email, ( hans.zauner@gmail.com ) – besonders auch, wenn ihr Kontakte habt zu Leuten, die ich vielleicht sprechen sollte etc..

Wer sich aber von der Serie überraschen lassen will, sollte aber ab hier vielleicht nicht mehr weiterlesen!

Erst mal muss eine Liste der möglichen Reiseziele her.

Dann ein Plan, was ich dort so herausfinden will, welche Fragen ich stellen muss und worüber ich an einem bestimmten Ort unbedingt berichten will . Eine Literaturliste anzulegen wird auch nicht schaden. Los geht’s:

 

Mögliche ReiseZiele:

Wikipedia listet etwa 35 Naturkundliche Museen in Deustchland auf – das sind eindeutig zu viele, um alle zu besuchen.

Um diese drei führt aber auf jeden Fall kein Weg vorbei:

1 – Museum für Naturkunde Berlin

2 – Naturmuseum Senckenberg (Frankfurt)

3 – Zoologisches Forschungsmuseum Alexander König (Bonn)

 

Danach hab ich die Qual der Wahl – Tipps werden gerne angenommen! wie gesagt, es geht mir um spannende Geschichten, weniger um Größe und Bedeutung der Sammlungen. Mehr als 8-10 verschiedene Häuser wären wohl größenwahnsinnig für einen einzelnen Blogger. Wohin also?

Museum Mensch und Natur, Schloß Nymphenburg, München (das ist bei mir gleich um die Ecke)

Naturkundemuseum Bamberg – Vogelsaal/ “Museum im Museum”

Senckenberg Museum für Naturkunde (Görlitz)

Phyletisches Museum (Jena) (eine Gründung Ernst Haeckels)

Staatliches Museum für Naturkunde (Stuttgart)

Senckenberg Naturhistorische Sammlungen (Dresden)

Museum für Naturkunde Dortmund

Museum der Natur Gotha

Museum Heineanum (Halberstadt) – Vögel!

Staatliches Museum für Naturkunde (Karlsruhe)

Westfälisches Museum für Naturkunde (Münster) – größter Ammonit der Welt

Naturhistorisches Museum Mainz

Museum Wiesbaden

Jura-Museum Eichstätt 

Leiner-Saal im Rosgartenmuseum in Konstanz (mit Dank an Gerrit für den Tipp!)

8 thoughts on “Naturkundemuseen, ich komme!

  1. Reineke Jun 25, 2013 16:05

    Auf der Bertholdsburg in Schleusingen (Süd-Thüringen) gibt es ein recht winziges Naturhistorisches Museum, dass ich vor 10 Jahren mal besucht habe; vermutlich nichts bedeutendes, aber da hab mit Schrecken erfahren, dass es mal 2m lange Tausendfüßler gab…

    Es ist allerdings sehr regionenspezifisch, wenn ich das richtig erinnere, dafür aber auch mit viel geologischem Zeug. Und außerdem ist es auf einer Burg. ;=)

  2. Brynja Adam-Radmanic Jun 25, 2013 20:53

    Tolle Reisepläne! So was würde mir auch mal Spaß machen. Im Berliner Naturkundemuseum war ich vor 2 Jahren. Das war klasse! Mir fiel an ähnlichen Zielen noch die Grube Messel ein und das Neanderthaler-Museum (http://www.neanderthal.de/), aber dir geht’s ja um die großen Sammlungen, oder?

  3. Dietmar Jun 26, 2013 05:48

    Urlaubsplan: Mit der Familie durch Deutschland radeln. Das Thema ist noch nicht ganz klar, aber das hier wäre eine schöne Möglichkeit. Danke!

  4. HansZ Jun 26, 2013 08:48

    @Reineke, @Brynja

    Vielen Dank für die Tipps! Ich habe jetzt schon von mehrere Seiten gehört, dass das Berliner Museum prima ist, da muss ich dann wohl auf jeden Fall hin.
    Nein, Größe ist nicht entscheidend – klein und kurios ist auch interessant, und wenn eine spannende Geschichte für meine Leser dabei abfällt, um so besser…

    @Dietmar
    Oh, mit dem Fahrrad durch Deutschland klingt spannend. Dann wünsche ich gutes Wetter! ich werde wohl die Bahn nehmen..

  5. bio-doro Jun 27, 2013 11:32

    Wenn du schon nach Thüringen kommst, darf das preisgekrönte Naturkundemuseum Erfurt auf keinen Fall fehlen! Das steckt Jena und Gotha locker in die Tasche. Dort gibt es sicher auch spannende Geschichten über Forschungsreisen nach Asien zu hören.
    http://www.naturkundemuseum-erfurt.de

    Und im Museum Wiesbaden sind die Naturhistorischen Sammlungen nach fünfjähriger Umgestaltung mit neuem Konzept gerade wieder eröffnet worden: “Ästhetik der Natur” heißt die sehenswerte Ausstellung.
    http://www.museum-wiesbaden.de/naturhistorische_sammlungen/ausstellungen.html

  6. Alexander Jun 27, 2013 12:51

    Tolle Idee! Aus lokalpatriotischen Gründen muss ich ja das Karlsruher Naturkundemuseum empfehlen. Ich bin aber wirklich gerne dort, versuche einmal jährlich vorbeizuschauen, um die aktuellen Ausstellungen zu sehen.
    Eventuell hättest du in KA ja auch die Möglichkeit, dich mit “Dr. Dino” Frey zu treffen, der unter anderem Biomechanik anhand von Fossilien erforscht.

    Hätte außerdem den Vorteil, dich mal real kennenzulernen und zusammen nen Kaffee oder ein Bier zu trinken. ;)

  7. HansZ Jun 27, 2013 13:24

    @Bio-doro,

    Vielen Dank für die Tipps! Ich hab sowieso Verwandte in Erfurt, da werde ich dann sicher vorbeikommen.

    @alexander
    Biomechanik von Fossilien ist wirklich ein interessantes Thema, das man schön erklären kann, danke für den Hinweis auf Dr Dino. ! Sobald ich konkrete Pläne habe, melde ich mich mal, Kaffee in Karlsruhe klingt prima.

    Ich seh schon, kein Mangel an interessanten Plätzen. Wird eher schwierig werden, eine Auswahl zu treffen…

  8. Grünschnabel Jun 28, 2013 13:01

    Falls es noch ne Portion Meer sein darf und eine ungewöhnliche Location dazu, dann empfehl ich im Leuchtturm auf dem Darß das Natureum, Teil eines Verbundes rund ums Stralsunder Meeresmuseum: http://www.meeresmuseum.de/natureum/ (Gewiss lohnen sich auch die anderen Standorte und Themenschwerpunkte). Alles von Berlin aus gut per Bahn zu erreichen.

    Ist zwar schon ne Zeit her, dass ich dort war, aber allein der Weg durch den Dünen-Urwald – Teil des Nationalparks “Vorpommersche Boddenlandschaft” – hin zum Leuchtturm ist faszinierend und geradezu ehrfurchtgebietend als Erlebnis eines menschenleeren, geschützten Lebensraums, lediglich ausgestattet mit markierten Wegen und hölzernen Aussichtsgerüsten, z.B. zur Vogelbeobachtung. Ganz konsequent ist das Museum nicht mehr per PKW erreichbar, sondern nur zu Fuß, per Rad oder Pferdefuhrwerk: http://www.meeresmuseum.de/natureum/besucherinformation/anreise.html

    Werde neugierig verfolgen, was für spannende neue Anregungen sich aus und auf der Reise ergeben und wünsche einen ebenso kundigen wie spannenden Urlaub – natürlich!

    Gesine aka @textgruen

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